Die Sache mit der Arthrose 2/3

Weshalb ist die Sache mit der Arthrose so schwierig? 

Sie betrifft junge und alte Hunde gleichermaßen… Es kann jedes Gelenk betroffen sein… Es gibt viele Ursachen…
Und ähnlich wie bei uns Menschen: die Arthrose ist auch bei unseren Hunden eine der häufigsten Erkrankungen!

Nun sollte man meinen, dass zumindest die Diagnose (bei einer alltäglichen Erkrankung wie der Arthrose) einfach ist. Leider sieht es in der Realität häufig anders aus. 

Insbesondere wenn es sich um noch junge Tiere handelt, können schnell mal ein paar Monate bis zum Befund „Arthrose“ vergehen. Verlorengegangene, wertvolle Zeit (!) in der sich die Gelenkqualität zunehmend verschlechtert, sich ein Schmerzgedächtnis ausbildet und oftmals die Lebensqualität des Vierbeiners reduziert ist.

Deshalb ist es wichtig, dass Du Hinweise rechtzeitig erkennst und ggf. die Befundung vorantreiben kannst.

Symptome

Vor allem der zu Beginn typische Wechsel zwischen schmerzhaften und schmerzfreien Phasen führt dazu, dass Arthrose oft erst spät „erkannt“ wird.

Aussagen wie „er hat sich vertreten“ oder „vermutlich ist etwas gezerrt“ in Kombination mit Schmerzmittel-/Cortisiontherapie führen dann scheinbar zur Heilung. Bis nach einiger Zeit erneut eine Verschlechterung eintritt…

Bemerkst Du bei Deinem Hund nachfolgende Anzeichen, sind weitergehende sorgfältige Untersuchungen auf jeden Fall sinnvoll:

    • Immer wieder mal „unrundes“ Laufen
    • Steifes Bewegen nach Ruhe/“läuft sich ein“
    • Wiederkehrende Lahmheit
    • Schwierigkeiten nach Ruhephasen aufzustehen
    • Allgemeine Bewegungsunlust
    • Bestimmte Bewegungen werden plötzlich vermieden (in den Kofferraum springen, Treppen steigen…)
    • Wetterbedingte Verschlechterung
    • Schmerzen oder Lahmheit nach längerer oder intensiver Belastung (Belastungsschmerz)
    • Zögerliches Hinsetzen oder auch direktes „ins Platz fallen“
    • Intensives beknabbern oder belecken von bestimmten Gelenken oder anderen Stellen

Natürlich erhebt diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn unsere Hunde haben auch ganz verschiedene „Schmerzpersönlichkeiten“ und zeigen entsprechend individuelle Schmerzsignale. Wenn Du Deinen vierbeinigen Liebling gut kennst, wirst Du aber auch kleine Veränderungen wahrnehmen. 

Und im Zweifel: „Bauchgefühlt sticht“!
„Ich habe das Gefühl, dass mein Hund irgendwie unrund läuft.“ ist einer der häufigsten Sätze, die ich im ersten Termin höre…

Diagnostik

Spätestens wenn sich die Anzeichen und schmerzhafte Phasen häufen und/oder länger andauern, sind weitere Untersuchungen angezeigt.

Üblicher Weise erfolgt:

    • Umfassende Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)
    • Sorgfältige Untersuchung
      (Gelenk, umgebende Strukturen, Beweglichkeit des Gelenks, umfassende Gangbildanalyse)
    • Feststellung der Schmerzhaftigkeit
      (in Ruhe und Bewegung)
    • Ggf. Röntgen

Seltener:

    • CT (Computertomographie)
    • MRT (Magnetresonanztomographie)
    • Gelenkspiegelung (Arthroskopie)*
*sollte auch nur nach sorgfältiger Abwägung durchgeführt werden, da die Gelenkkapsel verletzt und dadurch Arthrose begünstigt wird

Fazit

„Er hat Arthrose!“ ist natürlich eine Diagnose, die erst einmal verdaut werden muss.
Solange keine akute Notwendigkeit für eine Operation besteht, geht es nun darum Schmerzen zu lindern und ggf. den Arthroseprozess zu verzögern, bestenfalls sogar zu stoppen.

Die gute Nachricht ist aber, dass es unzählige Möglichkeiten und Therapieansätze gibt. Und mit vielen Dingen kannst Du selbst zur Steigerung der Lebensqualität Deines vierbeinigen Lieblings beitragen!

Wie!? 

Das erfährst Du im dritten Teil von „Die Sache mit der Arthrose“.
Da beschäftigen wir uns nämlich mit der Therapie bei Arthrose.